kulturwerkschule.info

Blog von Michael Hecht zu den aktuellen Entwicklungen in der Kulturwerkschule (intern, nur für die Schulgmemeinschaft)

Abschied von der Kita Gartenkinder

Für alle, die sich mit der Kita Gartenkinder verbunden fühlen
(Dresden im September 2026)

Nach 22 Jahren wird die Kita Gartenkinder zum 30.9.26 geschlossen. Ich durfte mit meinen drei Kinder die Kita Gartenkinder selber erleben und genießen. Rückblicke zum Abschied:
Ich erinnere mich gerne an das morgendliche Verabschieden am großen Kissenfenster mit Malen von gehachten Bildern an der Fensterscheibe und dem guten Gefühl, dass die Kinder fröhlich und selbstständig und begleitet durch ihren Gartenkindertag kommen werden. Ich erinnere mich an das Abholen am Nachmittag, das oft lange gedauert hat, weil die Kinder noch nicht weg wollten aus dem Wasserspielsandkasten, von der Schaukel, der Rutschburg oder den Buden. Ich erinnere mich an die jährlichen Kita-Ausfahrten am See mit Busfahrt, Gutenachtgeschichten-Vorlesen unter dem trommelnden Regen auf dem Hüttendach. Ich erinnere mich an das Plätzchenbacken in der Bäckerei Schnabel, das Tanzen, die Besuche im Seniorenheim und in der Gärtnerei, an Laternenfeste, Sommerfeste, Übernachtungsfeste. Ich erinnere mich an Erzählungen aus der Kindersauna mit Musik, an das gemeinsame Vorbereiten der Mahlzeiten, an Elternabende auf viel zu kleinen Stühlchen und am Lagerfeuer.

Ich erinnere mich an die altersgemischte Kindergruppe, die gemeinsam von den ganz Kleinen bis hin zu den „Fast schon Schulkindern“ ganz selbstverständlich miteinander den Kita-Tag gestaltet haben. Ich erinnere mich an immer selbstständigere und immer selbstbewusstere Kinder, die neben der eigenen Entwicklung immer auch die Bedeutung der Gruppe erlebt haben. Ich erinnere mich an sehr aktive Elternvertreterinnen, die kritische Begleitung und tolle Unterstützung auf sehr angenehme Art unter einen Hut bekommen haben. Und ich erinnere mich an Erzieherinnen und Erzieher, die mit einem tollen Blick für die Kinder Begleitung angeboten haben, wo nötig, Selbstständigkeit gefördert und nicht erstickt haben, Entwicklungsprozesse gesehen und uns Eltern erklärt und beschrieben haben. Erwachsene mit offenen Ohren für die Anliegen der Kinder und der Eltern, mit Austauschlust und der besonderen einladenden Gabe, dass andere sich willkommen fühlen. Es war immer spürbar, dass hier besondere Menschen einen besonderen Ort tragen, erfüllen, gestalten.

Apropos besonderer Ort: Da ist der verwunschene große Garten mit Beeten, Spielgeräten, Wasser, Sand, Bäumen, Pizzaofen, Gerätehaus und ganz viel Luft, Freiheit, mit Tieren, Verstecken und Winkeln um sich geborgen zu fühlen. Da sind die gemütlichen, durchdacht gestalteten Räume unten im großen, schönen, alten Wohnhaus mit großen Fenstern, mit Küche und Spielpodest, mit Fächern und Haken zum selbstständigen Kleider aufhängen, mit Maltischen, Spielen, Raum für freie Entfaltung und Ideen. Was für ein toller Raum um aufzuwachsen!

Sandra hat die Kita Gartenkinder mit ihrem besonderen Ansatz, getragen von besonderen Menschen, an diesem ganz besonderer Ort am 1.6.2004 gegründet, geleitet und zusammen mit ihrem Team geprägt. Als sie sich 2019 beruflich weiter entwickeln wollte, war die Kulturwerkschule gerade mitten im Genehmigungsverfahren für Grund- und Oberschule. Die Kita Gartenkinder mit ihrem Stadtteilkonzept, der Betonung von selbstständigem Tun und vielen Freiräumen passte so gut zur Idee der Kulturwerkschule, ein Bildungshaus für alle Kinder und Jugendliche von 1-18 Jahren sein zu wollen, dass wir uns noch vor der eigentlichen Schuleröffnung entschieden, die Kita Gartenkinder weiter zu betreiben.

Es gelang die Gartenkinder in den Bedarfsplan der Stadt Dresden aufzunehmen. Dadurch konnten z.B. die Elternbeiträge gesenkt werden. Team und Kitaleitung haben die Gartenkinder weiter entwickelt, ein Vorschulprogramm umgesetzt, eine engere Zusammenarbeit mit dem Hort initiiert, im Garten wurde weiter gebaut und umgebaut, die Räume wurden renoviert.

Zum traurigen Ende der Kita darf nicht unerwähnt bleiben: Die Kita wird nicht geschlossen, sondern von langer Hand vorbereitet, gezielt zerstört und zerschlagen. Sie könnte von der Kulturwerkschule weiter betrieben werden oder von einem anderen Träger. Die von H. Luther und H. Güldemann vorgeschobenen Argumente für die Schließung sind längst widerlegt. Trotz beherzten und engagierten Rettungsversuchen von Seiten der Eltern wurden jetzt Fakten geschaffen.
Die Wut über diese Vorgehensweise sollte uns aber nicht davon abhalten, dankbar zurück zu blicken auf die tolle Zeit und die tolle Begleitung vieler toller Kinder.

Es ist Zeit Danke zu sagen, Danke Dir, Sandra und Euch Erzieherinnen und Erzieher, Kitaleitungen, Fachberaterinnen, Köchinnen, Tanzlehrerinnen, Reinigungskräfte und Hausmeister. Danke an die Kooperationspartner im Stadtteil, an die Mitarbeitenden im Landesjugendamt und in der Stadtverwaltung, an die Vermieter und Nachbarinnen und Nachbarn, danke an alle Eltern, die sich in der Elternvertretung und darüber hinaus engagiert und ihre Kinder der Kita anvertraut haben.

Danke an alle zahllosen Unterstützerinnen und Unterstützer im Großen und im Kleinen.


Ihr und Euer
Michael Hecht